Seit einigen Wochen experimentiert die SoLawi Vauß-Hof mit Hilfe der Sonne, denn fleißige SoLawistas haben einen Trocknungsautomaten entworfen und gebaut, der von nun an in der Dörrsaison von Anfang Mai bis Oktober zum Einsatz kommen soll. Inzwischen wurde der Apparat erfolgreich eingeweiht und in unseren Beeten können kontinuierlich Kräuter zum Trocknen – als SoLawi-Mischung für den Kochtopf oder als leckerer Tee – abgeerntet werden.

Bereits im Januar kam die Idee auf, dass die SoLawi einen Dörrapparat gebrauchen könnte. Solarenergie-Interessierte in der SoLawi kamen dann über die Möglichkeit des Dörrens ins Gespräch und sammelten die benötigten Infos: Reinhard ermittelte den Bedarf und steuerte ein Buch bei, das wichtige Hinweise und Bauvorschläge lieferte („Trocknen und Dörren mit der Sonne. Bau und Betrieb von Solartrocknern. Herausgegeben von Claudia Lorenz-Ladener im Verlag Ökobuch) und Jens, Sebastian und Hans gingen bald ans Werk, denn da die Dörrsaison Anfang Mai beginnt, war ein klarer Zeitrahmen gesetzt.

Zum Bau wurden viele Materialien verwendet, die bei der SoLawi vorhanden waren, zugekauft werden musste nur wenig. Den Unterbau bildet der vorhandene Schwerlast-»Wagen« – also im Prinzip ein Brett mit Eisenrollen, zudem OSB-Platten, Dachlatten, Multiplex-Platten und Schweißbahn (Bitumen mit Gewebeeinlage als Wetterschutz für das Dach). Zugekauft werden mussten Imprägnieröl (von der Öko-Marke AURO) sowie spezielle Solarfarbe für den Bau von Solaröfen und Dörrapparaten, eine 4 mm starke Glasplatte, Aluminiumblech, Türscharniere und ein Tür-Verschluss.

Auf zwei mal sieben Etagen können in dem Apparat 14 unserer Dörrkisten untergebracht werden. Die maximale Befüllhöhe liegt damit bei ungefähr 1,7 m. Die gewünschte Trocknertemperatur beträgt 30 bis 35°C – optimal zum Trocknen der empfindlichen Kräuter – aber auch der »Nachtbetrieb« mit höherer Luftfeuchtigkeit und niedriger Temperatur wurde bedacht.

Der Apparat arbeitet wie folgt: In der sogenannten Wärmefalle (das ist die schwarze »Schublade« unter den Dörrkisten) wird Sonnenenergie zur Erwärmung der Luft eingefangen. Die Sonne strahlt auf die schwarze Aluminium-Platte, die Platte gibt oben und unten Wärme an die Luft ab und die erwärmte Luft steigt nach oben in die Dörrkammer. Dort liegt in den Dörrkisten das Dörrgut und wird von warmer Luft umströmt und so getrocknet. Das Dach des Apparates kann unterschiedlich weit aufgestellt werden und bietet damit die Möglichkeit die Strömungsgeschwindigkeit der Luft und damit auch die Temperatur zu regeln. Zudem bietet der geschlossene Apparat einen Wind- und Wetterschutz für das Dörrgut.

 Als ›special feature‹ kann der Apparat in der Mitte senkrecht geteilt werden, damit nur ein »Schlot« mit Wärme versorgt wird, wenn z.B. nicht genug Sonnenenergie zur Verfügung steht. In naher Zukunft soll der Apparat noch ein wenig aufgerüstet werden, z.B. durch einen Schutz gegen zu weites Ausziehen der Wärmefalle sowie eine Bodenplatte um den Energieverlust durch Wind zu minimieren. Zudem kann die unterste Dörrkisten-Ebene mit Ziegelsteinen bestückt werden, die als Wärmezwischenspeicher dienen. So wird im »Nachtbetrieb« weiter getrocknet und es kann sich kein Kondenswasser am empfindlichen Dörrgut bilden.

Zudem ist es denkbar, den Apparat an den Biomeiler anzuschließen (dessen Bau für den Herbst 2019 geplant ist), um so die nächtliche Wärmezufuhr zu sichern. Alternativ könnte unterhalb der ersten Wärmefalle eine weitere gebaut werden, die die Wärmezufuhr zum Dörrapparat über ein Rohr auf der gegenüberliegenden Seite der Tür leistet.

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